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Speckstein in Bruchstücke, Platten und als Griffel

Charakteristik:

Speckstein und Talk sind zwei unterschiedliche mineralische Erscheinungsformen von chemisch gleicher Zusammensetzung des Magnesiumsilikathydrats Mg3[(OH)2(Si4O10)]. Der Speckstein besitzt eine dichte granulare Teilchenstruktur. Diese Eigenschaften gepaart mit weiteren begründet die im nachfolgenden beschriebenen Anwendungen.

Alabaster und Speckstein sind die ältesten von Bildhauern verwendeten Steine. Zusammen mit Kreide gehören sie zu den Mineralien, deren Härte nach der Mohs'schen Skala geringer als 6 ist. Das bedeutet, dass sie mit Raspeln, Feilen und Schmirgelpapier bearbeitet werden können.

Speckstein, auch als Seifenstein oder mit dem aus dem Griechischen stammen den Wort "Steatit" bezeichnet, ist der weichste Stein mit je nach Fundort unterschiedlicher Härte und Konsistenz. Er kann teilweise schon mit dem Fingernagel geritzt werden, hat ein fettiges, "seifiges" Aussehen - fühlt sich auch so an - und kommt in vielen Färbungen vor: weiß, grau, gelb, grün, rosa, beige und schwarz, natürlich jeweils in den verschiedensten Abstufungen.

Er wird in fast allen Teilen der Erde gefunden. Das für plastische Bearbeiten geeignete Material kommt vorzugsweise aus China und Indien.

Das Material besteht chemisch aus Magnesium- und Siliziumdioxyd mit härteren oder weicheren Fremdmineralien.

Da Speckstein sehr leicht zu bearbeiten ist, konnte er schon von primitiven Völkern mit einfachster Technologie genutzt werden.

Er wurde sehr frühzeitig für die verschiedensten Dinge verwendet: Indianer in Nordamerika und Afrikaner im Senegal aßen(!) ihn, von den Arabern wurde er als Seife benutzt, in Birma als Griffel zum Schreiben. Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit wurden aus ihm Töpfe, Öfen und Lampen hergestellt.

Das Schnitzen von Speckstein begann auch schon sehr früh. Entsprechend den Fundorten in Indien, Nordafrika und Kanada, hat Speckstein dort seit Jahrhunderten einen festen Platz für bildhauerische Arbeiten gehabt. In Kanada wird er seit langem von den Inuit (Eskimos) für ihre künstlerisch hervorragenden Arbeiten verwendet. Die dort gefundene Specksteinart ist besonders hart und wird anfangs sogar mit dem Beil bearbeitet.

Aus der minoischen Zeit sind wichtige Arbeiten noch heute auf Kreta zu sehen. Im Museum von Heraklion sind besonders wertvolle Vasen aus Steatit mit historisch bedeutsamen Reliefdarstellungen zu finden. An diesen Arbeiten wird deutlich, welche Bedeutung das Material Speckstein in den vergangenen Jahrhunderten gehabt hat.

Die bisher genannten Eigenschaften bilden auch die Grundlage für die heutige Anwendung von Speckstein in Form von Platten beim Bau von dekorativen Öfen.

Die Anwendung von Speckstein als Schweißerkreide beruht auf der Eigenschaft, dass auch unter Hitzeeinwirkung aufgetragene Markierungen wegen der großen Temperaturbeständigkeit sichtbar bleiben.

Einige Beispiele für künstlerische Arbeiten mit Speckstein und Talk (zum Vergrößern anklicken):

Beispiel künstlerischer Arbeit in Speckstein

Beispiel künstlerischer Arbeit in Talk

Beispiel künstlerischer Arbeit in Speckstein

Quellenangabe:

  • Römpps Chemie-Lexikon

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